Anbauflächen

Regionalkonzepte

  • Erstmals Erarbeitung von Regionalkonzepten für 2 Modell- und Demonstrationsregionen und Einrichtung von regionalen Akteursnetzwerken (Runde Tische) zur gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen für die Bewirtschaftung von nassen Niedermoorstandorten
  • Das Vorhaben schließt die Erstellung von Regionalkonzepten unter Einbindung aller relevanten Akteure ein und betrachtet umsetzungsorientiert technische, ökologische und ökonomische Forschungsfragen. Dieser umfassende Untersuchungsansatz macht es erforderlich, ein interdisziplinäres Team zusammenzustellen, das sich den Fragestellungen querschnittsorientiert stellt. Diese übergeordneten Zielstellungen können aber nur durch die hier beantragte Zuwendung erreicht werden. Aus Eigenleistung ist keine der involvierten Institutionen und Unternehmen in der Lage dieses Projekt durchzuführen, bzw. die Beteiligung im Projekt abzusichern.

Beschreibung der Anbauflächen

Ziel und Inhalt des Projekts

In jeder Modellregion wird eine Fläche von mehr als 5 Hektar für den großflächigen Anbau von Rohrkolben (Typha) vorbereitet. Die Flächen bestehen aus mehreren Schlägen oder Flurstücken und sind so bemessen, dass Treibhausgasemissionen mithilfe des Eddy-Kovarianz-Verfahrens gemessen werden können. Die Auswahl der Flächen wird idealerweise vor Projektbeginn abgeschlossen, kann aber gegebenenfalls auch kurz nach Start erfolgen.

Ausgewählte Standorte

  • Emsland: Gemeinde Rhede, Rheder Moor
    Landkreis Emsland (Rhede)
    Landkreis Emsland (Rhede)
    • Der Anbau von Typha ist auf 8,6 ha (reine Pflanzfläche) geplant.
    • Aufteilung der Fläche: 6,7 ha Typha latifolia (breitblättriger Rohrkolben; 1,9 ha Typha angustifolia (schmalblättriger Rohrkolben






  • Landkreis Cuxhaven: Gebiet am Bederkesaer See, Nähe Stadt Geestland
    Landkreis Cuxhaven (Bad Bederkesa)
    Landkreis Cuxhaven (Bad Bederkesa)
    • Der Anbau von Typha ist auf 6,5 ha (reine Pflanzfläche) geplant
    • Aufteilung der Fläche: 1,6 ha Typha latifolia (breitblättriger Rohrkolben; 4,9 ha Typha angustifolia (schmalblättriger Rohrkolben





Die endgültigen Flächenzuschnitte werden im ersten Projektabschnitt festgelegt.

Rheder Moor – Gebietsbeschreibung

Das Rheder Moor liegt westlich der A31 und wird durch die Neurheder Straße begrenzt. Der Untergrund fällt in die Niederung ab und bildet die Basis für Niedermoortorfe und teilweise Hochmoortorfe. Entwässert wird das Gebiet durch den Flaargraben und den Neurheder Kirchgraben.

Flächenaufteilung:

  • Nord: Ackerbau
  • Süd: Grünland
  • Nordwest: Aufforstungsfläche (Klimaschutzwald)
  • Restliche Fläche: größtenteils Biotoptypen ohne gesetzlichen Schutz

Flächenpotential: Rund 460 ha, davon etwa 300 ha organische Böden. Der Anbau von Typha ist zunächst auf bis zu 10 ha geplant.

Geestland – Gebietsbeschreibung

Der Bederkesaer See gehört zu den stark nährstoffbelasteten Seen Niedersachsens. Ursache sind natürliche Abbauprozesse, intensive Landwirtschaft und Abwasserzuflüsse. Das Projektgebiet besteht aus Grünland auf Niedermoorstandorten.

Ziel:

  • Erste Typha Flächen in Deutschland bis 10 ha
  • Langfristig: mögliche Entwicklung von Polderflächen zur Reduzierung der Nährstoffzuflüsse in den See
  • Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie durch Verbesserung des ökologischen Zustands

Flächenauswahl und Kriterien

Die Auswahl der Anbauflächen erfolgt nach einer Kriterienliste, die vor Projektbeginn erstellt wird. Zur Entscheidungsfindung werden folgende Schritte durchgeführt:

  • Recherche geeigneter Flächen
  • Abstimmung im Akteursnetzwerk
  • Konsultation der Flächeneigentümer
  • Endgültige Festlegung der Anbauflächen

Flächenanlage und Wiedervernässung

Die Planung und Umsetzung der Flächen beinhalten:

  • Voruntersuchungen: Hydrologie, Bodenbeschaffenheit, Relief
  • Wiedervernässungskonzept: Oberflächenplanung, Verwallungen, Überschusswasserableitung, Wasserversorgung
  • Grundwassermanagement: Messstellen, Brunnen, Proben zur Wasserqualität
  • Infrastruktur: Transportachsen, Energieversorgung, befahrbare Wege

Umsetzung

  • Pflanzung von breitblättrigem und schmalblättrigem Rohrkolben
  • Aufbau eines regelbaren Wassermanagements
  • Sicherstellung der Nassbewirtschaftung, auch in trockenen Sommerperioden
  • Kontrolle der Arbeiten mit GPS-gestützten Planmodellen und Venturigerinnen zur Abflussmessung